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Gottfried Schenker – eine große Idee für kleine Pakete

 Als Gottfried Schenker am 14. Februar 1842 in der Schweiz geboren wurde, war gerade ein neues Zeitalter angebrochen: Das Eisenbahnzeitalter. Während es 1840 weltweit etwa 10.000 Kilometer Schienen gab, so gab es zehn Jahre später nahezu 40.000. Kein Wunder, dass auch Schenker seinen Lebensweg auf die Bahn verlegte. Er stammte aus einer kinderreichen Familie. Als der väterliche Schlosserbetrieb Konkurs ging, brach er sein Jurastudium ab und nahm eine Stelle bei einer der großen privaten Schweizer Bahngesellschaften an. Dort sah man sich ständig neuen Herausforderungen gegenüber. Im Wettbewerb mit anderen Unternehmen wurden jeden Tag neue Gleise gebaut und Verbindungen zu anderen Netzen geschaffen.

Aber schon im nächsten Jahr wechselte Schenker zu einer Agentur der französischen Ostbahn, die ihn – wiederum ein Jahr später – nach Wien schickte, wo er die Leitung der dortigen Filiale übernahm. Die Arbeitssituation vor Ort war allerdings alles andere als erfreulich. Er geriet in Streitigkeiten mit Vorgesetzten. Auch gestaltete sich die Beschaffung von Eisenbahnwaggons als schwierig. Also wechselte er erneut den Arbeitgeber und übernahm für ein Hamburger Speditionsunternehmen deren Wiener Agentur. Von nun an organisierte er große Bahnfrachten von Frankreich über die Schweiz nach Österreich.  

Dann stellte wieder stellte eine Veränderung im privaten Leben die Weichen für seinen beruflichen Werdegang. Wenn ein Logistiker Urlaub macht, dann anscheinend nicht ohne die Chance zu nutzen, internationale Kontakte zu knüpfen. Schenker hatte, nachdem er in Wien sesshaft geworden war, auch dort geheiratet. Auf der anschließenden Hochzeitsreise vermittelte er einen Auftrag zum Transport von Waggonteilen von der Schweiz nach Rumänien. So kam Schenker auf die Idee, sich selbständig zu machen. Vorher jedoch begann er noch eine Karriere als Tariffachmann bei einer anderen Spedition. Zu diesem Zeitpunkt war er fast dreißig Jahre alt.

Doch seine Idee ließ ihn nicht mehr los. Im folgenden Jahr lernt er die zwei „Moritze“ kennen, die seine zukünftigen Partner werden sollten: Moritz Karpeles und Moritz Hirsch. Zusammen gründeten sie die Spedition Schenker & Co. mit Sitz in Wien. Schenker war der Visionär, während die anderen vor allem das Startkapital lieferten. Bald darauf richtete er erstmals Sammelgutverkehre in verschiedene Städte ein. Transportiert wurde per Bahn, abgeholt und zugestellt mit Pferdefuhrwerken. Geladen waren insbesondere Luxusartikel von Pariser Herstellern für die Wiener Gesellschaft, darunter Champagner, Cognac, Weine, Modewaren und andere Luxusartikel.

Auch in der Schifffahrt wurde Schenker aktiv. Für Massensendungen nutzte er vor allem Dampfer auf der Donau. Keine zehn Jahre später rief er die Adria-Dampfschifffahrts-Gesellschaft ins Leben, die bald die größte ungarische Reederei im internationalen Seehandel wurde. Der Vielvölkerstaat des österreichisch-ungarischen Reiches bot beste Voraussetzungen für die weitere Entwicklung. Bald lieferte Schenker auch von Triest nach Glasgow. Aber Schenker wäre nicht Schenker, wenn er sich mit Europa begnügt hätte. Noch vor der Jahrhundertwende gründete er eine große Rederei, die Austro-Americana, um auch den Verkehr in die neue Welt abzudecken.

Und hätte es damals schon nennenswerte Flugzeuge gegeben, hätte er sicherlich auch noch ein Luftfrachtunternehmen gegründet. Aber das haben wir inzwischen ja nachgeholt.

Lesen hierzu gerne alle weiteren Highlights in der Geschichte von DB Schenker auf unserer Webseite.