Skip to content
DB SCHENKER logo DB SCHENKER logo


Interview mit Klaus Vögele

Die Tellerwäscherkarriere – vom Fahrer zum Gesamtbetriebsratsvorsitzenden


DB Schenker:
Hallo Herr Vögele! Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für die Beantwortung unserer Fragen nehmen. Von 100 Jahren Geschäftsstelle Bad Krozingen: Wie viele Jahre waren Sie dabei?

Klaus Vögele:
Na ja, Tellerwäscher war ich gerade nicht, sonst wäre ich ja jetzt Millionär! Ich war seit 1979 tätig für DB Schenker und habe angefangen als Fahrer im Wechselbrückenverkehr im Nahverkehr und später im Fernverkehr in Deutschland. Seit 2020 bin ich in Rente. Also 40 Jahre Schenker.

DB Schenker:
Wie kam es dann zu Ihrer Karriere im Betriebsrat?

Klaus Vögele:
Ab 1987 war ich im Betriebsrat in der Geschäftsstelle Freiburg. 1989 wurde ich in den Gesamtbetriebsrat gewählt und wurde dort ab 1990 auch der stellvertretende Vorsitzende.
1990 erfolgte der Verkauf der Bundesbahn von Schenker an die Stinnes/Veba – ich wurde alle vier Jahre im Gesamtbetriebsrat als stellvertretender Vorsitzender wiedergewählt und war dann ab 2006 Mitglied des Gesamtbetriebsrats der Schenker AG.
Damals gab es 14.000 Mitarbeitende in 70 Geschäftsstellen in Deutschland, mit allen Verkehrsbereichen: Land, Luft, See, Messe und Logistik.
Ab dann war das ein Fulltime-Job für die nächsten 13 Jahre!

DB Schenker:
Gab es noch weitere Ämter, die Sie übernommen haben?

Klaus Vögele:
Ja, denn zusätzlich wurde ich 1993 in den Aufsichtsrat Schenker-Rhenus AG gewählt und ab 1995 in den Aufsichtsrat der Stinnes AG, die bis zum Verkauf der Stinnes AG an die Deutsche Bahn AG 2002 die Obergesellschaft von Schenker war. Ab 2008 wurde ich noch stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Schenker AG bis 2019. Mein Dienstsitz war in Essen bei der Schenker AG und in Bad Krozingen.

DB Schenker:
Herr Vögele, gab es ein besonderes Highlight oder eine besondere Herausforderung während Ihrer Arbeitszeit, von dem Sie uns berichten möchten?

Klaus Vögele:
Ein besonderes Highlight war, dass wir die Schenker Pensionskasse erhalten konnten, die nach dem Verkauf an Stinnes in Gefahr war. Und die Herausforderung war die Zusammenführung von Schenker und Rhenus Weichelt in den frühen 1990er Jahren, denn an vielen Standorten in Deutschland gab es zwei Niederlassungen, die zusammengeführt werden mussten. Da gab es viel zu bedenken und beachten. Ebenso wurden die Sozialleistungen angeglichen, also zum Beispiel Weihnachtsgeld, Altersversorgung, Jubiläumsgeld etc.

DB Schenker:
Wie haben Sie den Umzug von Freiburg nach Bad Krozingen erlebt?

Klaus Vögele:
Im Juli 2004 stand der Umzug von Freiburg nach Bad Krozingen an. Bestimmte Bereiche wie die Werkstatt, die Telefonzentrale oder auch der Bereich Spezialverkehre wurden mit dem Umzug aufgegeben.
Die Standortsuche gestaltete sich schwierig, denn der neue Standort sollte stadtnah sein, aber auch bezahlbar, außerdem wenig Lärm verursachen, nah an der Autobahn liegen und den betroffenen Ortskern möglichst wenig belasten. Da gab es schon sehr viele Dinge zu beachten. Speditionsanlagen werden von Gemeinden ja nicht unbedingt gewünscht.

DB Schenker:
Sie waren als Gesamtbetriebsrat viel unterwegs. Hat Ihnen die Heimat nicht gefehlt?

Klaus Vögele:
Nein, all die Jahre bin ich immer heimatverbunden geblieben und habe mir regelmäßig in Freiburg und später in Bad Krozingen die Sorgen und Nöte der Mitarbeiter angehört.

DB Schenker:
Herr Vögele, wir danken Ihnen für die vielen Einblicke in Ihre Arbeit und wünschen Ihnen für Ihre persönliche Zukunft viel Erfolg und alles Gute!