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Interview mit Ralf Müller

Jüngster Geschäftsstellenleiter in Freiburg und unsere Verbindung nach Down Under


DB Schenker:
Hallo Herr Müller! Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für die Beantwortung unserer Fragen nehmen. Von 100 Jahren Geschäftsstelle Bad Krozingen: Wie viele Jahre waren Sie dabei?

Ralf Müller:
Ich war 29 Jahre für DB Schenker tätig. 1990 habe ich meine Ausbildung und Studium zum Betriebswirt BA bei Schenker in Freiburg begonnen und nach Ausbildungsabschluss bis 1995 im See- und Luftfrachtbereich gearbeitet.
Zuletzt war ich als General Manager NSW in Sydney, Australien und habe mit 120 Mitarbeitern zuletzt 250 Million AUD Umsatz erwirtschaftet mit See- und Luftfracht sowie Verzollungsaktivitäten (DB Schenker Australia).

DB Schenker:
Dann waren Sie ja wirklich weit weg. Gab es auch noch weitere Auslandsstationen für DB Schenker?

Ralf Müller:
Neben Australien war ich für DB Schenker in Deutschland, Indonesien und Südkorea tätig.
Mein erster Auslandseinsatz war in Jakarta, Indonesien, ab 1995. Dort war ich verantwortlich für den Vertrieb und wir konnten in einem schwierigen Umfeld unser Geschäft ausweiten.
Von 1998 bis 2000 war ich zum ersten Mal in Sydney als Vertriebsleiter für die deutschsprachigen Länder tätig.

DB Schenker:
Gab es ein besonderes Highlight während Ihrer Auslandsaufenthalte?

Ralf Müller:
Besonders interessant war die Umsetzung einer Supply-Chain-Lösung für eine Goldmine in Kalimantan. Die Minenbetreiber wollten (oder mussten) die Versorgung der Mine, die mitten im Urwald lag, von illegalem Schmuggel auf legale Einfuhr umstellen. Importe aus aller Welt von der Ravioli-Dose über Schmieröle bis hin zu überdimensionalen Rädern für die Minenmaschinen wurden nach Surabaya importiert und von dort aus einmal pro Woche per Barge nach Kalimantan und den Samarinda-Fluss in die Mine verschickt. Mit diesem Neugeschäft konnten wir 20 neue Mitarbeiter bei DB Schenker in Surabaya einstellen.

DB Schenker:
Was kam nach Ihrer Zeit im Ausland? Sind Sie wieder nach Deutschland zurückgekehrt?

Ralf Müller:
Ab 2000 zog es mich zurück in die Freiburger Heimat, ich konnte als damals jüngster Geschäftsstellenleiter bei Schenker Deutschland die Geschäftsstelle Schenker International in Freiburg übernehmen.
In den folgenden fünf Jahren wuchs unsere Geschäftsstelle von 15 auf 25 Mitarbeitende an. Unsere Geschäftsstelle war die erste, die einen Luftfrachtsammelverkehr von und nach Guangzhou, China, aufbaute mit einem Basiskunden, der uns in Freiburg bis heute treu geblieben ist. Mit der Einführung von Sonntagsverzollungen für Luftfracht-Importverkehre konnten wir unseren Kunden deutlich schnellere Laufzeiten anbieten (DB SCHENKERskybridge).

DB Schenker:
Herr Müller, zog es Sie nach der Station in Deutschland wieder ins Ausland?

Ralf Müller:
Ja, es zog mich wieder nach Asien. Ab 2005 nahm ich eine Produktmanagement-Position in Seoul, Südkorea an. Wir eröffneten das Korea Logistics Centre von Schenker in der Nähe von Seouls Flughafen. Wir transportierten per Flugzeugcharter – mehrmals pro Woche – Mobiltelefone und TV Flatscreens über Hahn bei Frankfurt nach Europa.
2008 zog ich um nach Melbourne und übernahm die Leitung der Geschäftstelle Victoria in Australien und neben der Firmenzusammenlegung von Bax Global & Schenker bauten wir ein hochmodernes Speditionsterminal direkt am Flughafen Melbourne.

DB Schenker:
Was war denn eigentlich das größte Hindernis oder die interessanteste Erkenntnis, die Sie durch Ihre Auslandsaufenthalte erfahren haben?

Ralf Müller:
Prägend waren die interkulturellen Erfahrungen. Im tropischen Indonesien begegnet man immer einem freundlichen Lächeln. In Südkorea, wo es im Winter bis zu –30 Grad Celsius kalt werden kann, konnte ich erfahren, wie ein relativ kleines Land in nur vier Jahrzehnten vom kriegszerstörten Agrarland zur wirtschaftlichen Weltspitze aufrückt.
Eine der größten Herausforderungen war es am Anfang während meines ersten Auslandseinsatzes, dass ich mit meinem Schul-Englisch ins Geschäftsleben eintrat und mich dann erstmal umgewöhnen musste.

DB Schenker:
Herr Müller, wir danken Ihnen für die vielen Einblicke in Ihre Arbeit und wünschen Ihnen für Ihre persönliche Zukunft viel Erfolg und alles Gute!