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FAQ – häufig gestellte Fragen

Die wichtigsten Fragen und Antworten rund um den Brexit. Regelmäßig für Sie aktualisiert!

Es wurde nichts entschieden. Eine Übergangsphase, bis zum erwarteten Defacto-Ausstieg am 31. Dezember 2020, in der das Vereinigte Königreich Teil des Europäischen Binnenmarkts und der Zollunion mit allen vier Grundfreiheiten bleiben wird, wurde im Entwurf für den Austrittsvertrag vorgesehen. Ob der Austrittsvertrag jedoch vom britischen Parlament akzeptiert wird oder nicht, ist aktuell noch unklar.

Abgesehen von der Einführung der Zollabwicklung und dem zusätzlichen Aufwand bei der Beschaffung von Ursprungsnachweisen für die Waren, wird das Ende des freien Warenverkehrs zwischen Großbritannien und Europa folgende Konsequenzen haben:

  • Die Akzeptanz gemeinsamer Normen und Standards, wie sie innerhalb der EU gelten, ist nicht mehr gewährleistet.
  • Zollformalitäten und Grenzkontrollen können die Lieferzeiten im Handel zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich verlängern. 
  • Die bisherigen Mehrwertsteuervorschriften werden sich ändern, da das Vereinigte Königreich als Drittland betrachtet wird.    

Ein Freihandelsabkommen soll den Handel zwischen der EU und Großbritannien erleichtern. Es geht dabei nicht nur um Zölle, sondern unter anderem auch um die Öffnung des Marktes für Unternehmen und die Sicherstellung von einheitlichen Vorschriften und Regelungen für Verbraucher, die Umwelt und Arbeitnehmer.

Am 23. März 2018 haben die Staats- und Regierungschefs der EU ihre Unterstützung für ein Freihandelsabkommen mit dem Vereinigten Königreich erklärt. 

Ein Freihandelsabkommen zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich würde ggf. bedeuten, dass Waren mit britischem oder EU-Ursprung nicht zollpflichtig wären oder, je nach Art des Falles und in Abhängigkeit von dem Verhandlungsergebnis, dass die Zölle zumindest im Vergleich zu den WTO-Zollsätzen im Warenverkehr zwischen dem Vereinigten Königreich und der EU reduziert werden. 

Zollfreier Handel zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich wäre jedoch dann nur möglich für Waren, für die EU- oder britische Präferenznachweise vorlägen. Der Aufwand für die Beschaffung oder Zusammenstellung dieser Ursprungszeugnisse könnte zeitaufwendig sein. Deshalb sollte bei Eintritt dieses Szenarios kritisch hinterfragt werden, ob Zollpräferenzen tatsächlich einen Vorteil bringen. Das bedeutet: Wenn der für Ihr Produkt berechnete Zollsatz niedrig wäre, würde sich der Aufwand für eine Präferenzkalkulation und einen Übertragungsnachweis voraussichtlich nicht rechnen.

Ja. Auch wenn Zölle auf die Waren mit Ursprung in beiden Regionen nicht angewendet werden würden, müssten dennoch die entsprechenden Formalitäten für die Ein- und Ausfuhr von Waren beachtet werden. Der Zoll müsste überprüfen, ob die Waren tatsächlich von den Zöllen befreit sind. Nur Waren, die in der EU oder im Vereinigten Königreich mit entsprechenden Ursprungsnachweisen hergestellt oder überwiegend verarbeitet werden, wären vom Zoll ausgenommen. Für Waren, die nicht aus der EU stammen, würden reguläre Außenzölle gelten.

Übersteigt der Wert der Sendung nicht 1.000 Euro und ein Nettogewicht von 1.000 Kilogramm und unterliegen die Waren keinen Verboten, Beschränkungen oder sonstigen besonderen Formalitäten für die Ausfuhr und ist keine Gewährung von Ausfuhrerstattungen oder anderen Beträgen oder Zollerstattungen vorgesehen, kann die Sendung mündlich direkt bei der Ausgangszollstelle angemeldet werden.

Ja. Es gibt verschiedene Vereinfachungen des Zollverfahrens, die auch nach dem Brexit gewährt werden können. Zum Beispiel gibt es das Prinzip des "Zugelassenen Absenders" oder "Zugelassenen Wirtschaftsbeteiligten" (AEO)". Achtung: Die Inanspruchnahme einer Vereinfachung ist im allgemeinen Gegenstand des Verfahrens zur Zollabfertigung. Als zugelassener Versender können Sie den Versand durchführen, ohne dass Prozesse im Versandverfahren notwendig werden, wie z.B. die Waren am Abgangsort zu präsentieren oder die entsprechenden Durchfuhranmeldungen vorzulegen.

Der AEO-Status hat größere Vorteile.

Dazu gehören:

  • Meldung, ob die Sendung bereits nach der Anmeldung geprüft wird
  • Keine sicherheitsrelevanten Daten für die Export-Registrierung erforderlich
  • Vorrangige Behandlung bei Durchführung von Kontrollen

Das Vereinigte Königreich und die EU sind beide WTO-Mitglieder. Wenn der "harte Brexit" eintritt, wird der Handel zwischen dem Vereinigten Königreich und der EU nach den WTO-Regeln geregelt. Es wird damit keinen freien Warenverkehr mehr geben, wie es derzeit im europäischen Binnenmarkt zwischen Deutschland/EU und Großbritannien der Fall ist.

Die WTO-Regeln sind die Grundlage des Handelsverkehrs zwischen den 164 WTO-Ländern. Zielsetzung der WTO ist es, alle Hindernisse im Welthandel zu beseitigen. Dazu gehören tarifliche Handelshemmnisse (insbesondere Zölle) und nichttarifäre Zölle (z.B. technische Zölle sowie Normen und Vorschriften oder zeitaufwändige Bürokratie-Hindernisse) gleichermaßen.

Nachfolgend sind einige der grundlegenden WTO-Grundsätze aufgeführt:

  • Meistbegünstigungsprinzip: Nach dem Prinzip der meistgünstigen Nation, sind die WTO-Mitglieder verpflichtet, die Vorteile zu gewähren, die sie beim Handel auch jedem anderen WTO-Mitglied gewähren würden.
  • Prinzip der Gegenseitigkeit: Das Prinzip der Gegenseitigkeit gilt insbesondere für Verhandlungen über den Zollabbau: Wenn Land A dem Land B Vorteile gewährt, sollten diese gegenseitig sein. Das Land B soll dann dem Land A die gleichen Vorteile zu gewähren.

Beispiel: Es gibt einen harten Brexit und ein Unternehmen innerhalb der europäischen Union will 2022 Autos nach Großbritannien liefern; der WTO-Zollsatz beträgt 10 Prozent (Stand Oktober 2018). Das Vereinigte Königreich kann auf Waren aus der EU keinen höheren Zollsatz anwenden, da dies nicht dem Meistbegünstigungsprinzip entsprechen würde. Ein Freihandelsabkommen würde eine Reduzierung auf 0 Prozent ermöglichen.

Zollfreie Lieferungen sind in der Regel nur im Geltungsbereich eines Freihandelsabkommens oder einer Zollunion der Zukunft möglich. Nichtsdestotrotz gibt es auch einige Produkte, die nach den WTO-Regeln mit einem Zollsatz von 0 Prozent versehen werden können.

Bislang waren Lieferungen von Waren mit vorübergehender Verwendung in Großbritannien, wie z.B. Geräte für Messen oder für die Ausübung eines Berufes möglich. Nach dem Brexit sind zwei Varianten im Umgang mit diesen Sendungen wahrscheinlich: Temporärer Gebrauch oder das Carnet A.T.A.

Das Carnet A.T.A. ist ein internationales Zolldokument, das den temporären Export der oben genannten Waren erleichtert. Voraussetzung dafür ist, dass die Warenrücksendung in die EU nach dem Kauf unverändert als temporärer Export in die EU erfolgt. Das Carnet A.T.A. dient sowohl für den deutschen Zoll, als auch für den Zoll im Bestimmungsland als Zolldokument. Dies ermöglicht eine zügige Abwicklung an der Grenze. Es sind keine weiteren Zollformalitäten, wie die Zahlung von Zöllen oder eine Sicherungsverwahrung in den Importländern erforderlich. Die ausstellenden Stellen sind die jeweils örtlich zuständigen Industrie- und Handelskammern. Voraussetzung dafür ist, dass das Vereinigte Königreich weiterhin am Carnet A.T.A. Verfahren nach dem Brexit teilnehmen wird.

Ja. Sobald das Vereinigte Königreich nach dem Brexit nicht mehr Teil der Europäischen Union ist, wird sich der Umfang von erforderlichen Zollauflagen für die deutschen Unternehmen erhöhen. Dies wirkt sich auch bei der Exportkontrolle aus, welche den umfassenden europäischen Bestimmungen unterliegt, welche die Ausfuhr in Drittländer regeln. Anstelle der relativ seltenen Transferlizenzen werden nach dem Austritt viel häufiger Exportlizenzen benötigt.

Es ist wahrscheinlich, dass das Vereinigte Königreich Teil einer privilegierten Gruppe von Ländern für die Exportkontrolle sein wird, so dass es möglich sein könnte, in vielen Fällen allgemeine Genehmigungen zu verwenden.

Ja. Wie auch bei Exportsendungen müssen die Unternehmen neben den bereits zu beachtenden nationalen Vorschriften auch die europäischen Einfuhrbestimmungen beachten. Einige Produkte unterliegen dann Beschränkungen, die sich aus internationalen Bestimmungen und Verträgen sowie EU-Vorschriften ergeben. 

Alle Angaben erfolgen ohne Gewähr!